Donnerstag, 8. Juni 2017

Abstrakter Expressionismus: Jackson Pollock


Jackson Pollock (1912-1956) war ein amerikanischer Künstler und einer der wichtigsten Vertreter des Abstrakten Expressionismus. Beim Abstrakten Expressionismus geht es nicht um Perfektion, oder um Vernunft, sondern um Spontaneität und Ausdruck.

Action Painting
Er selbst erfand eine neue Art Kunst zu erschaffen, das sogenannte Action Painting, da für ihn das Malen durch das In-Bewegung-Sein entsteht. Beim Action Painting wird keine Acht darauf gegeben, wo die Farbe hinfließt, sie wird auf das Bild gespritzt, gegossen und geschleudert.
Der  Fertigungsprozess des Bildes ist auch gleichzeitig sein Thema.

Entstehungsweise:
Pollock erschuf seine Kunstwerke vor allem draußen, in der Natur, wo er und die riesigen Leinwände, auf denen seine Gemälde stets entstanden, genug Platz hatten. Der Künstler malte nicht wie gewöhnlich mit einem Pinsel, sondern ließ die Farbe über einen Stock auf das Bild fließen. Teilweise bohrte er auch Löcher in die Farbeimer und ließ die Farbe so auf das Bild tropfen. Diese Technik nennt man Dripping.
Die in mehreren Schichten entstandenen Linien überlagerten und überschnitten sich unzählige Male. Dadurch entstand der Eindruck der Dreidimensionalität und auch eine gewissen Bewegung auf seinen Bildern, die hauptsächlich aus Schwarz-, Weiß-, und verschiedenen Brauntönen bestehen und durch die unterschiedlichen räumlichen Tiefenwerte der Farben an Gespinste erinnern, die in das Bild hineinführen und teils sogar vor der Leinwand zu schweben scheinen. Alle Teile des Bildes wurden gleich ausgearbeitet, es gibt kein Zentrum und keine begrenzenden Randbereiche, Pollock nennt diese Art der Komposition das All-Over.
Die Leinwände blieben stets ohne Rahmen, so dass man sich das Liniengewebe auf Bild in jede Richtung über die Leinwand hinaus fortgesetzt vorstellen kann.


I want to express my feelings, not illustrate them.
"Ich möchte meine Gefühle lieber ausdrücken, als darstellen."

Für Jackson Pollock bedeutete ausdrücken nicht das Gleiche, wie darstellen. In einer Darstellung wird versucht, über den Umweg eines bestimmten Motivs, das der Betrachter wiedererkennen und ähnlich bewerten soll wie der Maler, eine bestimmte Emotion illustriert.
Bei der abstrakt-expressiven Malerei malt der Künstler, wie es ihm intuitiv richtig erscheint, und vor allem so, wie es sein momentanes Gefühl gerade am besten ausdrückt. Allgemein waren für Pollock seine Gefühle die Leitlinie für alle seiner Werke, er wollte bei jedem Betrachter seiner Bilder Gefühle auslösen, die aber komplett unterschiedlich sein konnten. Ein Rückschluss auf den Gemütszustand des Malers zum Zeitpunkt des Malens ist nicht möglich.

When I am in my painting, I'm not aware of what I'm doing.
Read more at: https://www.brainyquote.com/quotes/quotes/j/jacksonpol332818.html
 When I am in my painting, I´m not aware of what I´m doing.
When I am in my painting, I'm not aware of what I'm doing.
Read more at: https://www.brainyquote.com/quotes/quotes/j/jacksonpol332818.html
"Wenn ich in meinem Bild bin, bin ich mir nicht bewusst, was ich tue."

Autumn Rhythm

Nr. 32

Kompositionsanalyse: Raum-Volumen-Verhältnis



Raumabweisende Plastik - Kernform


Raumlineatur

Alberto Giacometti: Taumelnder Mann



In seinem Werk „Taumelnder Mann“ spiegelt Giacometti die Philosophie des Existenzialismus von Jean Paul Sartre, die Betrachtung des „Seins“ und „Nicht Seins“ und der materiellen Existenz, durch die Gestaltung des Volumens und der Masse der Figur und dem sie umgebenden Raum wider. 

Während die Figur des Mannes das „Sein“ symbolisiert, stellt alles um die Figur herum, der leere Raum, das „ Nicht Sein“ dar, was auch als bedrohlich assoziiert wird. Dies wird an der taumelnden Bewegung des Mannes , der zu fallen droht, deutlich. Die Plinthe, deren relativ hohe und massive Ausführung auffällt, könnte die Verbundenheit und Abhängigkeit der menschlichen Existenz von der Materie aufzeigen.

In dem Kunstwerk findet eine dynamische Bewegung in Richtung des Armes statt (Raumweisende Gestaltung). 

Auch der geringe Kontakt der Figur zur Plinthe, trotz der dicken Füße, unterstreicht den Bewegungsvorgang des Fallens. Doch dass der Mann letztendlich fallen wird  verrät der Schwerpunkt der Figur, der nicht über den Füßen liegt, wie es sein müsste, um das Gleichgewicht zu halten, sondern deutlich über die Plinthe hinausragt, während die Beine nicht reagieren. 

Was auf den ersten Blick auf dieses Kunstwerk außerdem  als auffällig erscheint, sind die unnatürlichen Proportionen  des Mannes. Nur die Füße, das Becken, die Schultern und die Brust besitzen etwas mehr Masse, der restliche Körper bleibt drahtähnlich dünn und wirkt geradezu zerbrechlich. Die Oberfläche ist überall stark zerklüftet, so dass selbst an den massereicheren Stellen kein echtes Volumen entsteht. 
Das Verhältnis von Volumen zu Raum hat sich extrem zu Gunsten des Raumes verschoben, man spricht auch von einer Raumlineatur.

Mittwoch, 7. Juni 2017

Volumen und Raum in der Plastik I



Körper können in der Kunst viele verschiedene Formen haben. Betrachtet wird dabei immer das Volumen, also der definierte Raum bzw. die Form  und der Raum, der allerdings schwierig zu definieren ist, da er nicht von einer Form belegt ist. Analysiert wird dann das Verhältnis von Volumen und Raum.
Ein Beispiel für einen Körper ist der Würfelhocker aus Granit, der den ägyptischen Priester Petamenophis darstellt, aus dem Jahr 680 v.Chr. Der Würfelhocker ist durch seine Kernform sehr kompakt, man stellt sich aber hier die Frage „Warum ist er viereckig?“ Es fällt auf, dass nur ein einziges Körperteil von Petamenophis dreidimensional dargestellt wird und zwar sein Kopf bzw. sein Gesicht. Das Gesicht macht den Würfelhocker einzigartig, genau wie bei einem lebendigen Menschen, denn an einem Körper ist es schwierig jemanden zu identifizieren, aber ein Gesicht, ist eindeutig. Bei der Darstellung des restlichen Körpers fehlt diese Dreidimensionalität, denn es fehlen viele Zwischenräume, zum Beispiel zwischen den Beinen, und die Extremitäten werden nur reliefartig angedeutet, dadurch sind sie nicht wirklich dreidimensional. Es sieht aus als ob Petamenophis ein Tuch eng um sich liegen hat. Am Rücken sowie am Boden sind zwei Platten mit denen er fest verbunden ist. Die Bodenplatte stellt hierbei die Basis da, man nennt sie auch Sockel oder Plinthe. Auf ihr  sind Schriftzeichen und Figürchen abgebildet, die man auch auf seinen Beinen und der Rückseite finden kann.
Warum Würfelhocker überhaupt gefertigt wurden lässt sich durch die Religion erklären. Der Körper hatte im alten Ägypten eine wichtige Rolle zum Weiterleben nach dem Tod. Die Figur wurde anstelle eines balsamierten Körpers angefertigt, da sie um einiges günstiger war. In ihr wurde die Seele identifiziert. Der Name wurde mit Hieroglyphen auf den Sockel geschrieben. Der Körper wurde nicht individuell dargestellt, daher auch nur die reliefartige Darstellung, der Kopf aber ist ein echtes Portrait. Auch die Wahl Des Materials hat eine tiefergehende Bedeutung. Granit ist für seine Härte bekannt und dadurch soll das Abbild für die Ewigkeit halten. Auch die Pose trägt zur Erhaltung der Figur bei. Denn sie bietet durch die statische  Darstellung sehr wenig Angriffsfläche und ist daher sehr stabil.


Sonntag, 12. Februar 2017

„Kichkas Frühstück“


Künstler: Daniel Spoerri
Der Schweitzer Daniel Spoerri wurde am 27.05.1930 in Galati, heutigem Rumänien, geboren. Er ist ein bekannter Künstler, war auch Tänzer und Regisseur und einer der bedeutendsten Vertreter der Objektkunst. 1960 wurde er zum Mitbegründer der „Nouveau Realissme“, übersetzt „der neue Realismus“. Die Künstler der Nouveau Realisme versuchten dem Betrachter ein leichter verständliches Bild von sich bzw. ihrer Idee zu geben. 1968 gründete er in Düsseldorf das „Restaurant Spoerri“ und die dazugehörende „Eat Art Galerie“, womit er zum Begründer der Eat Art Gattung wurde. Von 1978-1982 war er als Professor in Köln tätig. Die nächsten sieben Jahre unterrichtete er an der „Akademie de bildenden Künste“ in München. Zu diesem Zeitpunktschrieb er mehrere Kochbücher, welche jedoch mehr künstlerischen als praktischen Wert besaßen. Im Jahr 1997 eröffnete Daniel Spoerri in der Toskana einen Künstlergarten, in dem über hundert Installationen von ihm und seinen Freunden ausgestellt sind, ein Gutteil davon Werke in Bronze.
Seit 2007 lebt der Schweizer Künstler in Wien.
Daniel Spoerri wurde vor allem durch seine „Fallenbilder“ und der „Eat-Art“ bekannt. Fallenbilder, auf französisch „Tableau Piège“ sind.
Daniel Spoerri gab folgende Definition: „Gegenstände, die in zufälligen, ordentlichen oder unordentlichen Situationen gefunden werden, werden in genau der Situation, in der sie gefunden werden, auf ihrer zufälligen Unterlage (Tisch, Schachtel, Schublade usw.) befestigt. (..) indem das Resultat zum Bild erklärt wird, wird Horizontales vertikal. Beispiel: Die Reste einer Mahlzeit werden auf dem Tisch befestigt und mit dem Tisch an der Wand aufgehängt.“
Es wird somit ein Teil des Alltags eingefangen und fixiert, wie in einer Falle.
Die Fallenbilder sind eine bestimmte Art der Assemblagen.
Die Eat-Art beschreibt die Kunst rund ums Essen und was dazugehört. Zentrale Themen von Daniel Spoerri sind dabei zum Beispiel der Geschmacksinn des Menschen und das Hinterfragen von Essgewohnheiten. Denn der geborene Rumäne sieht Essen und Kochen ale einen Teil des Lebenszyklus.
„Kichkas Früstück“ wurde 1960 von Daniel Spoerri entworfen und ist eines seiner bekanntesten Werke. Die Assemblage ist eines der berühmtesten Fallenbilder und wurde von MoMA aufgekauft.
Das Bild zeigt einen schwarzen, alt wirkenden hölzernen Stuhl, auf dem ein von orangefarbenen Papier überzogenes Brett geklebt ist. Diese Kombination soll einen selbst konstruierten Frühstückstisch darstellen. Darauf steht ein eher ungewöhnlicher Aschenbecher mit Asche und alten Zigarettenkippen, zwei weiße Schüsseln mit Essensrückständen und eine Kaffeekanne aus Metall. Außerdem kann man ein Trinkglas, zwei Eierbecher, eine Salzdose, zwei weitere Dosen und zwei Löffel sehen. An fast allen Gegenständen sind Essensreste, die durch Konservierungsstoffe haltbar gemacht wurden. Alles ist am Tisch festgeklebt, der an der Wand hängt bzw. „steht“.
Die Anzahl der Schüsseln liegt nahe, dass zwei Personen hier ein dürftiges Frühstück zu sich genommen haben. Offenbar waren sie nicht wohlhabend, was die Brett-Stuhl-Kombination anstelle eines Tisches andeutet. Dennoch saßen sie wohl länger zusammen, was die Zigarettenkippenanzahl vermuten lässt.
Vielleicht gab es eine Unterbrechung ihrer gemeinsamen Mahlzeit; weshalb sie alles stehen und liegen ließen. Der Künstler wollte sich wohl an einen ruhigen Moment erinnern.
Es bleibt die Frage offen: Wer ist Kichka? Daniel Spoerri nannte sein Fallenbild „Kichkas Frühstück“, aber er erklärte nicht warum.
War Kichka ein Teilnehmer/in des Frühstücks? Ist das Werk ihm/ihr gewidmet? Und wenn ja, weil er/sie Daniel Spoerri etwas bedeutete? Oder weil es seine Grundidee war?
Vielleicht soll Kichka gar keine Person darstellen, sondern dem Künstler gefiel der Name?
Jedenfalls wollte Daniel Spoerri ein eher typisches Künstlerfrühstück darstellen, was auch dem Bohemien-Stil widerspiegelt, die ein wildes regelloses Künstlerleben führten.
Und dennoch kann man sein Werk auch als Echo des „Vanitas-Stillebens“ sehen, da die Reste der Mahlzeit Vergänglichkeit zeigen: Der Tisch ist verlassen, die Behältnisse geleert. Zudem ist auf Bilder von Vanitas-Stilleben häufig Essen und Zugehöriges zu sehen. Das größte Ziel von Daniel Spoerri war aber sicher, dem Betrachter die Möglichkeit zu geben, sich in sein Werk hinein zu versetzen und den Moment nachzuerleben.

Sonntag, 8. Januar 2017

Zur Schulaufgabe

Zusätzlich den neuen Protokollen für Q11 2016/17 schaut ihr euch bitte noch den Eintrag zu Personnes von Christian Boltanski aus dem letztjährigen Kurs an. Falls ihr noch mehr Informationen zu Picassos Stillleben mit Rohrstuhlgeflecht braucht, könnt ihr hier ein entsprechendes Protokoll finden. 
Wenn´s noch Fragen gibt, entweder hier in den Kommentaren oder e-mailen!
- Frau König

Abstraktionsebenen