Donnerstag, 21. November 2013

Gotik: Sainte Chapelle in Paris

Die Kirche der französischen Könige in der prachtvollsten Ausführung der Gotik.
Besonders empfehlenswert sind die Panoramen, unbedingt anschauen!

Sainte Chapelle Virtual Tour

Video: Architekturgeschichte in 10 Gebäuden

Eine kurzweilige und informative Einführung in die Architekturgeschichte!




Architektur: Gliederbau



Zu Beginn wurde das Fantasiekonstrukt einer gotischen Kathedrale betrachtet. Typisch für die Gotik waren 3 Eingangsportale, die Fensterrosette, Türme, Lang- und Querhaus, sowie der Grundriss: Es war ein Kreuz dargestellt, bestehend aus Mittel- und Querschiff, dem Chor und der Apsis.

Im Vergleich dazu hat die St. Andreaskirche in Weißenburg kein Querschiff, der Altbau (Mittelschiff und seitenschiffe) ist eher einer romanischen Kirche ähnlich, aber komplexer, weil sie nach dem Prinzip des Massebaus gebaut wurde. Das Problem am Massebau war schon früher die Höhe. Deshalb fragte man sich in der Gotik, wie man höher bauen könnte. So kam man auf den Skelettbau.

Ein Beispiel für den Skelettbau sind Fachwerkhäuser bzw. der Fachwerkbau.
Grundsätzlich sind Fachwerkhäuser folgendermaßen aufgebaut: 
Es gibt ein Fundament aus Stein, ein Tragewerk, bestehend aus vier Balken an den Ecken des Hauses (eventuell noch dazwischen, wenn das Haus sehr groß ist), welche mit Querbalken zur Stabilisierung
überdeckt werden und Diagonalverstrebungen, auch für die Stabilität. Zu dem Fundament und dem Tragewerk kommen dann die Füllwände, die aus einem Flechtwerk aus Weiden und Ton/Lehm und Stroh als Füllung für die Gefache bestehen. Trotz der Einfachheit bieten die Füllwände eine relativ gute Dämmung.

Dann wurde der Bau der Schule besprochen. Der Grundriss ist aus tragenden Säulen. Der Architekturstil wird Brutalismus genannt, man sieht also den Beton. Die gelben Wände, sind auch nicht, wie es scheint,
aus massivem Backstein, es handelt sich lediglich um Klinker, die nur so aussehen wie Backsteine und lediglich aufgeklebt sind, vergleichbar mit Kacheln in einem Bad. In den grauen ,,Säulen" dazwischen erkennt man noch die Holzstruktur vom Bau, denn die jetzigen Säulen wurden, bis sie fest waren mit Brettern zusammengehalten, damit das Material nicht wegfließt.
Die Decken bzw. Die Böden vom darüber liegenden Stockwerk wurden dann in dieses System eingehängt, was das Gesamtkonstrukt und diese dünnen Wände dann natürlich stabil macht.


http://de.m.wikipedia.org/wiki/Fachwerkhaus
http://de.m.wikipedia.org/wiki/Brutalismus

Protokoll V.E. 2KU4 2013

Architektur: Massivbau



In der Architektur gibt es zwei grundlegende Bauweisen: 

den Masse-/ Massivbau
und den Glieder-/ Skelettbau
Massivbau

Schon die griechischen Tempel beinhalteten gemauerte cella für die damaligen Götter. Hierbei ist die Konstruktion im Verbundmauerwerk d.h. die Steine sind versetzt aufeinander gebaut, gemauert worden, um der Mauer mehr Stabilität zu verleihen. Die Steine bilden einen ganzen Verbund, wobei das Gewicht auf mehrere Steine verteilt wird. Aus dem einzelnen leichten Element wird somit ein einziges schweres Element.

Eine Herausforderung ist es, ein Dach auf ein Haus zu setzen. Architekten des antiken Griechenland wenden  das Prinzip von Last und Stütze an, welches sowohl für Stein- als auch Holzhäuser (Fachwerkhäuser) funktioniert. Es müssen viele Stützen in das Haus oder in einen Tempel eingebaut werden, worauf dann ein waagrechter Architrav  über die senkrechten Stützen gelegt werden muss. Dies ist die Grundkonstruktion, worauf ein Holzdach gebaut werden kann. Wobei man bei dieser Bautechnik nur bis zu einer bestimmten Höhe bauen kann, da Stein zwar hart und fest ist, bei zu hohem Druck jedoch spröde wird. Die Gebäude sind nicht wettersicher. Dies spielt allerdings nur regional eine Bedeutung.

Bei Fenstern bis zu einer bestimmten Baubreite, kann ebenfalls dieses Prinzip angewendet werden. Sobald man aber größer und breiter bauen will, muss man mit Rundbögen arbeiten. Diese sind halbkreisförmig und lenken den Druck auf die umliegenden Steine ab. Um diese Rundbögen anzubringen, muss zunächst eine Hilfskonstruktion angebracht werden 
Dann müssen die Steine, welche außen breiter sein müssen als innen, damit sie in die Halbkreisform hineinpassen, um die Hilfskonstruktion angebracht werden. Oben in der Mitte befindet sich dann ein Schlussstein. Diese Bauweise ist nur für schweres Material geeignet, da der Bogen sich durch sein eigenes Gewicht selber halten muss. Dabei sollte jedoch beachtet werden, dass Stein immer noch bei zu hohem Druck schnell spröde wird. Ein Beispiel für diesen Bau ist der Dom von Speyer aus der Romanik.
Der Nachteil der Bogenarchitektur ist, dass die Bögen immer Halbkreisförmig sein müssen.


Das Pantheon (2. Jhd. n. Chr.) besitzt eine Rotunde (Baukörper auf kreisförmigem Grundriss) und einen Vorbau, der stark an die griechischen Tempel, welcher sich allerdings in der römischen Architektur befindet, erinnert. Dieser Portikus (Säulenhalle) beinhaltet mindestens eine Reihe von Säulen und besitzt ein Dreiecksdach. Dieser Vorbau ist dazu da, um den Eingang von bedeutenden Bauwerken zu kennzeichnen (z.B. Glyptothek, Museen, Gerichte) und natürlich um dem Besucher Erhabenheit zu vermitteln.
Der kreisförmige Grundriss des Pantheons beinhaltet Nischen mit Altären vieler Götter. Die Idee des Pantheons (von altgriechisch πᾶν pān „alles“ und θεός theós „Gott“) war es, ein Gebäude in Rom für alle Götter zu haben, ohne einen besonderen Gott hervorzuheben. Bei der Kuppel des Gebäudes, wurde ebenfalls mit einer Bogenarchitektur gearbeitet. Statt des Schlusssteins wurde an der Decke ein Loch gelassen und es wurde ebenfalls eine Kassettendecke (weist an ihrer Unterseite in regelmäßiger Anordnung kastenförmige Vertiefungen (Kassetten) auf) mit eingebaut.
Um die Wände zu entlasten, wurden über den Nischen gemauerte Entlastungsbögen eingebaut, da in den Nischen die Mauern nur halb so dick waren und so das Gewicht der darüberliegenden Mauer und des Gewölbes nicht hätten sicher tragen können.

Protokoll: V.A. 2KU4 2013


             

Dienstag, 8. Oktober 2013

Abramovic/Ulay Teil II



The Great Wall of China: Lovers at the Brink (1990)

Dieser Film ist eine Dokumentation einer Performance von Marina Abramovic und Ulay.
In der Performance geht es darum, dass die Künstler  von beiden Enden der Chinesischen Mauer, die 4000km lang ist, aufeinander zulaufen und sie sich in der Mitte treffen, wo -  so der ursprüngliche Plan – ihre Hochzeit stattfinden sollte.

Das Aufeinander zulaufen war für die beiden kein Wettkampf. Zunächst gab es ein Konzept, wo sie sich treffen wollten, jedoch liefen sie dann einfach ohne zu warten solange, bis sie sich trafen. Meist waren Marina und Ulay zehn bis elf Stunden täglich unterwegs, was zwar anstrengend, aber auch schön war, da sie stets ihr Ziel vor Augen hatten:  jeweils 2000km zu schaffen.
Beide folgten der Mauer, wobei Ulay neben ihr, Marina auf der Mauer lief. Sie brauchte die Kommunikation mit anderen Wanderern, er dagegen sah sich  bald als selbstbestimmter Sozialist. Marina bemerkte, dass sie sehr gut alleine sein konnte, so besser allein denken und sich ein eigenes Konzept und Leben vorstellen konnte. Dies gab ihr dann auch den Impuls,  sich am Ende von Ulay zu trennen.
 Mit diesem Projekt beendeten Marina Abramovic und Ulay ihre langjährige Beziehung.
Das Nachdenken war Marina sehr wichtig und sie fragte sich, was sie wohl ohne Ulay tun würde. Sie kam zu dem Schluss, dass einfach Andere seine Rolle übernehmen konnten. Für Ulay machte die Trennung ihn wieder zu einem Individuum, da ihm auch der Einfluss der Zusammenarbeit zu groß war.
Ulay war und ist kein Maler. Sein einziges Bild ist „Nature of Mind“. Es zeigt, wie er sich von einer Höhe aus, an Marina vorbei, in ein Wasserbecken fallen lässt. Es ist kein klassisches Stillleben, vielmehr enthält es politische Motive.
Nach der Trennung war Marinas erstes eigenständiges Projekt das „Brasilianisches Projekt“. Dort suchte sie nach Mineralien, und vor allem von Amethysten war sie sehr begeistert, da diese energieaufladend wirken.
Marina lebt allein und hat Liebhaber, wohingegen Ulay bald nach der Trennung eine Chinesin aus Peking heiratete, mit der er dann auch Kinder bekam.
Marina meint, dass sie mit niemandem mehr gemeinsam eine Performance machen wird, Ulay hingegen kann sich gemeinschaftliche Projekte sehr gut vorstellen, da er schon immer mit anderen zusammen gearbeitet hat.
Die gemeinsame Arbeit der beiden war stets sehr intensiv und laut Marina war kein Auflehnen Ulays möglich. Deswegen war ihrer Meinung nach die Trennung die einzige Möglichkeit für die beiden Künstler, da sie zu viel von ihm verlangt hatte, so Ulay.
Durch die eigene Arbeit dann bekam Marina die Energie sich ganz von ihm zu befreien.
Marina war und ist ein „lebendes Kunstwerk“, denn sie stellte schon immer ihr Leben unter die Regeln der Performance. Sie steckte ihre ganze Energie in die Kunst. Ulay war ihrer Meinung nach deshalb „untreu“, weil er stets eine Familie wollte, und dies für sie nicht in ihr Bild passte. Sie wollte  durch ihre Performances ein Statement abgeben und sich nur auf die Arbeit beschränken.




Protokoll: H.S.

Donnerstag, 20. Juni 2013

Performance



Antike:
  • traditionelle Bildhauerei → Körper = Zentrum
  • nichts ist interessanter als der Mitmensch mit seinen gemischten Gefühlen und Problemen
  • Schönheit und Gefühle bei der Bildhauerei vom großen Interesse

Beginn des 20. Jh.:
  • Bereits erschöpfender Überblick in der Kunstgeschichte
  • Daraus entwickelt sich ein starker Wandel der Kunst → Der Betrachter will miteinbezogen werden und nicht nur der Beobachter sein.
Der Betrachter wird Teil des Kunstwerks, welches ein unmittelbares Erlebnis ist. Somit entsteht eine komplett neue Kunstrichtung: Die Performance.
Das Wort „Performance“ selbst kommt aus dem Englischen „to perform“ und bedeutet „etw. aufführen“ und ist normalerweise im Bereich des Theaters anzusiedeln.
Die Performance wird also aufgeführt und meistens bleibt dann bloß ein Rest, wie zum Beispiel ein Gegenstand.

Ein Beispiel für einen Künstler wäre Timm Ulrichs.
Für eine seiner Performances verwendete er einen großen Findling, welcher in der Mitte durchgeschnitten war. In den Innenseiten ist eine Vertiefung zu erkennen, mit den Formen eines liegenden Menschen, sogar einer leichten Embryonalstellung. Darin konnte sich Ulrichs hineinlegen.
Es war eine eigene Performance, sprich: Ulrichs legte sich selbst nackt und stundenlang in den Stein hinein, wobei dieser wieder verschlossen wurde. Er ist vollkommen eingeengt, kann sich nicht bewegen und hat bloß eine kleine Spalte für die Luft, die er atmet. Ulrichs zeugt von einer unglaublichen Körperbeherrschung, sowohl physisch, als auch psychisch.

Was könnten Gründe für so etwas sein?
Was man auf jeden Fall erkennen kann, sind verschiedene Ansichten und Wirkungen auf den Betrachter.

Negativ: Bewegungslosigkeit; Gefängnis; eingeengt; Angst; Panik; Stein ist hart und kalt; Hilflosigkeit
Nacktheit: dem Stein ausgeliefert; „nur“ ein Mensch; Verletzlichkeit & Hilflosigkeit des Menschen; Sarg

Positiv: Embryonalstellung → Mutterleib; Geborgenheit; Schutz; von der Außenwelt abgeriegelt; Panzer
Herauskommen als veränderter Mensch --> Wiedergeburt;

Ulrichs lädtt auch dazu ein, sich selbst darin hinein zu versetzen und sich in den Stein zu legen.
Wie man bei Ulrichs Werk sehen kann, spielen Leben und Tod in Performances eine große Rolle.

Ein ähnlicher Künstler hierfür wäre Wolfgang Flatz, der sich die Gewalt zu einem besonderen Thema gemacht hat.
Für eine seiner Performances lief er nackt in einer Galerie so lange mit dem Kopf gegen die Wand, bis er eine blutende Platzwunde auf der Stirn hatte. Es dauerte eine Weile, bis ein älterer Mann sich endlich dazu entschloss, ihn aufzuhalten.
Tatsächlich waren seine Verletzungen wirklich und es war nicht gespielt.
In einer anderen Performance ließ er sich die Treppen herunterfallen, während seine Arme und Beine gefesselt waren. Auch hier erlitt Flatz sehr viele Verletzungen.

Eine weitere Künstlerin, Marina Abramowitsch, hat sich in einer Galerie neben einen Tisch mit mehreren Gegenständen (z.B. Nadeln, geladene Pistole) gesetzt und meinte, dass man mit ihr machen könnte, was man möchte und allein sie die Verantwortung dafür tragen würde. Tatsächlich verletzten einige der Besucher die Frau und erst, als jemand die Pistole gegen sie richtete, ist jemand eingeschritten, womit die Performance auch beendet wurde.

Sowohl Flatz, als auch Abramowitsch erreichten mit ihren Performances ihre Absichten: Die Leute zu schockieren und in ihnen Schuldgefühle zu wecken. Eine Provokation, wie sie oft auf verschiedenste Art und Weise in der Kunst zu finden ist, da – besonders Flatz in diesem Falle – verzweifelt war, was aus der Kunst geworden ist: Eine gleichgültige Sache für den größten Teil der Betrachter.

Protokoll: M.M.

Samstag, 15. Juni 2013

Diane Arbus

Die versprochenen links zu Diane Arbus:

Zunächst ein Wikipedia Artikel, der Absatz Die Bilder enthält eine interessante Zusammenfassung ihrer Arbeit. Der Absatz über ihre Kindheit ist eventuell zum Verständnis ihres Werkes hilfreich.
http://de.wikipedia.org/wiki/Diane_Arbus


Ein kurzer Artikel, der die gängige Einschätzung ihrer Arbeit widerspiegelt:
http://www.stern.de/fotografie/diane-arbus-ausstellung-das-leben-wie-es-war-1851456.html
Edit: der Link zum Stern Artikel ist erloschen, den Text und einen Teil der Bilder findet man jedoch hier:
http://www.photography-now.com/exhibition/78109



Die Bilder aus der Sicht der Portraitierten:
http://www.washingtonpost.com/wp-dyn/content/article/2005/05/11/AR2005051102052.html


Bild: Boy with Hand Grenade
https://blogger.googleusercontent.com/img/b/R29vZ2xl/AVvXsEgxpoJQshYfb2D1xFV4mXUK3-z_Ky45MKEJYGnNtugIX8iHLdX0UFby9rAbiwnVR-PIPV3lYqUnBOSiJ0sYmzuxXEpRmy5hdeV3RB77xPBh_MYXaNwbH41eEjrbFkLmA3MfWJhjcFoyrTk/s1600/diane_arbus_child_toy_hand2.jpeg


Und schließlich eine überdenkenswerte Einschätzung von Colin Wood, dem Kind auf dem Foto Boy with Hand Grenade:

"She unmasked, or opened up, or sought out her own heart in people (she photographed), but I think she peeled away the wrong thing. As much as I find beauty and love and sympathy in what she did, I also think Arbus went down this pathway that brought her to an inconclusive place. What she ultimately found, I think, is nothing. When I look at her art, I see a woman who was misled in many ways by herself."