Dienstag, 30. Dezember 2014

Bautechnik: Massivbau

Die klassische Bautechnik teilt sich 3 Bereiche auf:



  1. Gliederbau (Prinzip von Last und Stütze, griechischer Tempel)
  2. Skelettbau (Fachwerk, gotische Kathedrale, moderne Stahlbetonbauten) 
  3. Massivbau
 
Beim Massivbau geht es vor allem darum, kompakte Mauern, durch die das Gewicht nach unten verteilt wird, zu bauen. 

Elemente eines traditionellen Bauwerks sind Wände, ein Dach und ein Boden (evtl. mit Keller). Aufgrund dessen benötigt man zuerst ein Fundament auf dem die Wand und darauf wiederum ein Dach gesetzt werden kann. Das Dach erweist sich zunächst als Problem, da es sehr schwer ist (Holz + Ziegel) und stabil sein muss. Folglich müssen die Wände das ganze Gewicht des Daches und der Stockwerke mit deren Zwischenböden aus Metall und Beton tragen.

Materialien im Massivbau sind geformte Natursteine (Kalkstein, Sandstein), Bausteine aus Ton (Back-/Ziegelstein), Beton oder Leichtbeton (Porenbeton) oder auch Holzstämme (Blockhaus).
 - Natursteine sind schwer und unhandlich. Ein schwerwiegendes Defizit ist der sehr niedrige Dämmwert, wegen dem es kalt und oft auch feucht in den Gebäuden ist.
 - Normale Wände jedoch sind meist aus Back- oder Ziegelsteinen, die Druck- und Zugfestigkeit garantieren. 
 -   Als Alternative gibt es noch Porenbetonsteine, die sehr leicht sind und sehr gut dämmen, aber sehr weich sind.
 - Beton ist kein typisches Massivbaumaterial, sondern wird eher in modernen Stahlbetonkonstruktionen verbaut. Zunächst ist er ein flüssiger Baustoff und wird daher nicht vermauert sondern gegossen. Dazu muss eine Form aus Holz (teilweise mit Gitter zur Stütze) hergestellt werden, in die der flüssige Beton gegossen werden kann und anschließend trocknet. Dadurch werden Wandverkleidungen (z.B. der neue Anbau der Schule), Bodenplatten, Pfeiler (im Innenbereich der Schule zu sehen), Fenster-/Türstürze, Betonsteine oder auch nichtrechtwinklige Wände im Außenbereich (z.B. für Parkgaragen) gefertigt.

Um eine stabile Wand zu erhalten muss man also diese Steine im Verband  aufeinander setzen (vgl. Legosteine). Sie sollen sich gegenseitig stützen und halten, man muss sie also verschränken und verbinden, damit die Kräfteverteilung zu einem stabilen und belastbarenGebilde verhilft. 



Sobald die Wände zu lang sind, werden sie unstabil, weswegen man eine Zwischenmauer als tragende Wand einsetzt. 
 - Tragende Wände sind notwendig, um das Gewicht der Böden, Dächer, usw. zu tragen und einen Zusammensturz zu verhindern. Sie werden in das Verbundmauerwerk der Außenmauer mit einbezogen.
 - Nichttragende Wände dagegen sind eingezogene Wände, die nur zur Raumbegrenzung dienen und nicht mit der Außenmauer verbunden sind. Sie können auch aus dünnen Rigips Platten bestehen.

Solche Mauern sind aufwendig zu erbauen und nehmen relativ viel Zeit in Anspruch. Heutzutage ist das den meisten Menschen zu kompliziert, weshalb sie die schnelle Alternative von Fertighäusern bevorzugen. 

 
Probleme des Massivbaus:
  1. Anbringung einer Decke über einem Hohlraum
  2. Schwächung der Wände durch Maueröffnungen (Fenster und Türen)
Um die Wand über einem Fenster/ einer Tür vor dem Einstürzen aufzuhalten, verwendet man einen sog. Sturz. 




Die Planung der Fenster und Türen ist deshalb gleichmäßig, also immer senkrecht oberhalb bzw. unterhalb voneinander, damit keine schweren Wände auf den Sturz drücken. (Fenster leichter)
Material eines Sturzes:
Bei kleinen Abständen verwendet man Steine, bei etwas größeren hat man früher Holzbalken verwendet und heute verwendet man Spann-/Stahlbeton.



Eine Alternative zu Sturz sind Bögen. Bei einem sog. „echten Bogen“ benutzt man zunächst ein Holzgerüst, auf das man dann die tortenstückähnlich geformten Bogensteine auflegt. Der letzte Stein in der Mitte oben heißt „Schlussstein“ und hält den Bogen zusammen. Jedoch nur, wenn er selbst schwer genug ist oder die Mauer darüber ihn am Wegrutschen hindert.



Sie werden auch häufig bei Nischen verwendet und um dünne oder besonders belastete Teile der Mauer zu entlasten (Entlastungsbögen).


In dieser Weise gebaute Bogenreihen nennt man Arkaden. Man finder sie seit der Architektur der Antike in repräsentativen Großbauten. 
An der Skizze kann man die Druckverteilung im Arkadenverband ablesen.






Protokoll und Zeichnungen: J.H., Q12

 

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